Telering Vertrag handys

Abbil­dung 1 zeigt die Durch­schnittspreise der vier gün­stig­sten Tar­ife aller MNOs im Daten­satz für den Mit­tleren Korb in den betrof­fe­nen Län­dern (Öster­re­ich und Nieder­lande) und in den zwölf Län­dern, die poten­ziell als Kon­troll­gruppe dienen. Alle Län­der verze­ich­nen einen Abwärt­strend beim Mobil­funkpreis für den mit­tleren Ver­brauch­skorb. In eini­gen Län­dern wur­den die Preise jedoch schneller gesenkt als in anderen. Während die Preise nach der Fusion T-Mobile/Orange in den Nieder­lan­den in absoluten Zahlen nicht stiegen, stiegen die Preise im Ver­hält­nis zu den geschätzten Preisen, wenn der Zusam­men­schluss nicht vorkam. Die Preis­er­höhun­gen scheinen bei stärk­eren Nutzern mobiler Dien­ste stärker aus­geprägt zu sein, wobei die geschätzten Preis­steigerun­gen zwis­chen 10 und 15 % liegen. Angesichts möglicher Stör­ef­fekte des früheren Zusam­men­schlusses KPN/Telfort sowie weit­erer Beson­der­heiten der nieder­ländis­chen Analyse ist es jedoch schwierig, diese Preis­er­höhun­gen fest auf die Fusion T-Mobile/Orange zurück­zuführen. Den­noch kön­nte die Fusion T-Mobile/Orange, möglicher­weise zusam­men mit der Fusion KPN/Telfort, zu Preis­er­höhun­gen geführt haben. Angesichts dieser Ergeb­nisse wäre es inter­es­sant, das Argu­ment zu wieder­holen, ob von einem dynamis­chen MVNO-Segment vor der Fusion erwartet wer­den kann, dass es nach der Fusion einen aus­re­ichen­den Wet­tbe­werb­s­druck aufzwingt. Dies kön­nte beispiel­sweise durch die Unter­suchung der Entwick­lung der Großhan­dels­be­griffe im Ver­gle­ich zu den Einzel­han­dels­be­din­gun­gen geschehen. Diese Ergeb­nisse deuten darauf hin, dass die Fusion­sef­fekte von Mobil­funkzusam­men­schlüssen offen­bar von Merk­malen der jew­eili­gen Märkte und der fusion­ieren­den Parteien (wie dem Grad der Wet­tbe­werb­sin­ter­ak­tion zwis­chen den fusion­ieren­den NNO) sowie von Verpflich­tun­gen, die ange­boten wur­den, um eine Wet­tbe­werb­s­genehmi­gung zu erhal­ten, getrieben wer­den. Tat­säch­lich unter­schieden sich die bei­den analysierten Zusam­men­schlüsse erheblich.

Zum Zeit­punkt der Bekan­nt­gabe der öster­re­ichis­chen Fusion gab es beispiel­sweise fünf konkur­ri­erende MNO, während es in den Nieder­lan­den nur vier konkur­ri­erende MNO vor der Fusion gab. Darüber hin­aus kön­nten die in Öster­re­ich beobachteten Preis­rück­gänge darauf hin­deuten, dass konkur­ri­erende MNOs durch die aufer­legten Abhil­fe­maß­nah­men gestärkt wur­den. Die Fusion T-Mobile/Orange in den Nieder­lan­den wurde im August 2007 von der EG ohne Abhilfe genehmigt. Vor der Fusion von T-Mobile/Orange war KPN Mark­t­führer mit einem Mark­tan­teil von rund 39 % im Einzel­han­del. Weit­ere im Mobil­funkmarkt tätige MNOs waren Voda­fone mit einem Mark­tan­teil von 21 %, T-Mobile (14 % Mark­tan­teil der Teil­nehmer) und Orange (12 %). Mit der Über­nahme von Orange wurde T-Mobile mit einem Mark­tan­teil von mehr als 25 % zum zweit­größten MNO in den Nieder­lan­den. Mobile Vir­tual Net­work Oper­a­tors (MVNO)Footnote 7 haben einen gemein­samen Abon­nen­ten­mark­tan­teil von rund 15%. Um die Nutzung des repräsen­ta­tiven Ver­brauch­ers anzunäh­ern, haben wir die durch­schnit­tliche Mobil­funknutzung in jedem Land erhoben, die aus öffentlich zugänglichen Quellen (z. B. Web­sites der zuständi­gen nationalen Reg­ulierungs­be­hör­den) stammt.

Fußnote 12 Wir ver­wen­den län­der­spez­i­fis­che Ver­brauchspakete, um die Beson­der­heiten der Län­der und die erhe­blichen Unter­schiede zwis­chen den Ver­brauch­spräferen­zen und den daraus resul­tieren­den Preis­mustern besser widerzus­piegeln. Die durch­schnit­tliche Sprach– und SMS-Nutzung für die vierzehn Län­der ist in Tabelle 2 dargestellt. Um Mark­ten­twick­lun­gen zu kon­trol­lieren, die nicht mit den Zusam­men­schlüssen ver­bun­den sind, haben wir die Steuerungsvari­ablen Mobilfunk-Zustellungsraten und BIP-Wachstum einbezogen.