Tarifvertrag fachverband metall

Die jüng­ste Vere­in­barung von IG Met­all und VGZ führte zu einer Lohnan­pas­sung der Lei­har­beit­nehmer in der Met­allindus­trie. Um die Loh­nun­ter­schiede zwis­chen Fes­tangestell­ten und Lei­har­beit­nehmern so ger­ing wie möglich zu hal­ten, wer­den Lei­har­beit­nehmer zuzuschlä­gen. Diese Zuschläge steigen mit der Dauer des Aufen­thalts der Arbeit­nehmer in den Betrieben. In der Pilotvere­in­barung in der Met­all– und Elek­troin­dus­trie in Baden-Württemberg wurde in vier Haupt­bere­ichen eine Eini­gung erzielt. Seit 1968 haben die Arbeits­mark­tor­gan­i­sa­tio­nen in der Regel zen­tral­isierte Vere­in­barun­gen untere­inan­der oder so genan­nte Einkom­men­poli­tis­che Vere­in­barun­gen in Part­ner­schaft mit der Regierung aus­ge­han­delt. Diese Vere­in­barun­gen betr­e­f­fen im All­ge­meinen den Rah­men für Lohn­er­höhun­gen, Sozial-, Renten– und Aus­bil­dungsleis­tun­gen, Steuern und Kosten zusät­zlich zu den all­ge­meinen Regeln des Arbeits­mark­tes. Andere Fra­gen, die im Zusam­men­hang mit den Vere­in­barun­gen über die Einkom­men­poli­tik vere­in­bart wur­den, betrafen z. B. das Arbeit­slosen­geld und den Jahresurlaub. Die Vere­in­barun­gen auf zen­traler Ebene gel­ten in der Regel für ein bis zwei Jahre. Obwohl es in der Türkei rund 50 Arbeit­ge­berver­bände für ver­schiedene Branchen gibt, entschei­den sich Arbeit­ge­ber oft dafür, nicht Mit­glied von Arbeit­ge­berver­bän­den zu wer­den, da sie nicht an ihre Leis­tun­gen glauben und Zweifel an ihrer Wirk­samkeit haben. Kurz gesagt, die Mit­glied­schaft in einem Arbeit­ge­berver­band ist bei türkischen Arbeit­ge­bern keine beliebte Wahl.

Dies ist nicht über­raschend, da nur etwa 10 % der gesamten Belegschaft gew­erkschaftlich organ­isiert sind. Sobald die Gew­erkschafts– und Arbeit­ge­berver­bände eine zen­tral­isierte Einkom­men­vere­in­barung getrof­fen haben, ver­han­deln die Gew­erkschaften und Arbeit­ge­berver­bände die feineren Details, um den Bedürfnis­sen der Branchen gerecht zu wer­den. Am 19. Mai 2012 haben der Arbeit­ge­berver­band der Met­all– und Elek­troin­dus­trie in Baden-Württemberg, Süd­west­met­all und die IG Met­all in ihren jüng­sten Ver­hand­lun­gen einen Kom­pro­miss erzielt. Die getrof­fene Vere­in­barung dient auch als Pilot­pro­jekt für andere Gebi­ete des Lan­des, wobei Bay­ern, Nordrhein-Westfalen und andere Regio­nen ihre Bedin­gun­gen übernehmen. In den fünf Ver­hand­lungsrun­den organ­isierte die IG Met­all Warn­streiks mit rund 800.000 Beschäftigten. Ins­ge­samt betr­e­f­fen die neuen Vere­in­barun­gen rund 3,3 Mil­lio­nen Beschäftigte in der Branche. Der Hauptzweck der Grün­dung eines Arbeit­ge­berver­ban­des besteht darin, eine pro­fes­sionelle oder zumin­d­est erfahrene Organ­i­sa­tion zu schaf­fen, die die kollek­tiven Inter­essen der Mit­glieder während des Tar­ifver­hand­lung­sprozesses vertreten kann. Die kür­zlich geschlossene Vere­in­barung ermöglicht die uneingeschränkte Entsendung von Lei­har­beit­nehmern in jedem Unternehmen für 18 Monate. Nach Ablauf dieser Frist muss das Unternehmen prüfen, ob der betr­e­f­fende Lei­har­beit­nehmer einen direk­ten unbe­fris­teten Arbeitsver­trag erhal­ten kann. Am 19. Mai 2012 begrüßte der Vor­sitzende von Süd­west­met­all, Rainer Dul­ger, den jüng­sten Kom­pro­miss in der Met­allindus­trie (siehe Pressemitteilung).

Seiner Ansicht nach ließ die neue Vere­in­barung den Unternehmen Raum, flex­i­bel mit den Vorschriften über die Bindung neu qual­i­fizierter Lehrlinge und die Beschäf­ti­gung von Lei­har­beit­nehmern umzuge­hen. Der Südwestmetall-Vorsitzende betonte zudem, dass die Lohn­er­höhung von 4,3 Prozent die pos­i­tive wirtschaftliche Entwick­lung in der Branche wider­spiegele, von der die Beschäftigten prof­i­tierten. Das Recht auf Gew­erkschafts­bil­dung ist nicht spez­i­fisch für die Arbeit­nehmer. Die Arbeit­ge­ber haben auch das Recht, einen Arbeit­ge­berver­band zu grün­den oder ihm beizutreten, der sie in ver­schiede­nen Sit­u­a­tio­nen ver­tritt, z. B. in Tar­ifver­hand­lun­gen, auf nationalen und inter­na­tionalen Arbeit­splat­tfor­men und vor Nichtregierung­sor­gan­i­sa­tio­nen. Die Haup­tauf­gabe der Arbeit­ge­berver­bände besteht darin, die Arbeit­ge­ber in Tar­ifver­hand­lun­gen zu vertreten. Eine solche Vertre­tung ist für Arbeit­ge­ber nach dem Gew­erkschafts– und Tar­ifver­trags­ge­setz (6356) fakul­ta­tiv, für Arbeit­nehmer jedoch oblig­a­torisch. Die Arbeit­ge­berver­bände soll­ten jedoch schrit­tweise Maß­nah­men ergreifen, um ihre Mit­gliederzahl zu erhöhen.